Die Bewerbungsmappe für die Wohnung — was wirklich hineingehört
Selbstauskunft, SCHUFA, Gehaltsnachweise: Welche Unterlagen Vermieter erwarten, welche sie nicht verlangen dürfen und wie du die Mappe in einer Stunde fertig hast.
Auf eine gefragte Wohnung in einer deutschen Großstadt kommen schnell 80 bis 200 Anfragen. Der Makler oder die Hausverwaltung sichtet davon selten alle — meistens werden die ersten vollständigen Bewerbungen eingeladen, und der Rest bekommt eine Absage oder gar keine Antwort.
Daraus folgt die wichtigste Regel: Vollständigkeit schlägt Geschwindigkeit — aber nur, wenn du schnell vollständig bist. Wer seine Mappe erst nach der Besichtigung zusammensucht, ist raus. Wer sie fertig auf dem Handy hat, kann noch im Treppenhaus abgeben.
Die Unterlagen, die fast immer verlangt werden
1. Mieterselbstauskunft
Das zentrale Dokument. Vermieter nutzen oft ein eigenes Formular, du kannst aber auch eine eigene Selbstauskunft mitbringen — das wirkt vorbereitet. Hinein gehören:
- Name, Geburtsdatum, aktuelle Anschrift
- Beruf und Arbeitgeber, Art des Arbeitsverhältnisses
- Nettoeinkommen
- Anzahl der einziehenden Personen
- Haustiere, Rauchen
- Angaben zu laufenden Insolvenz- oder Räumungsverfahren
2. Einkommensnachweise
Die letzten drei Gehaltsabrechnungen sind Standard. Selbstständige legen stattdessen den letzten Einkommensteuerbescheid oder eine betriebswirtschaftliche Auswertung vor, Studierende den Bafög-Bescheid oder eine Bürgschaft der Eltern.
Faustregel der meisten Vermieter: Die Kaltmiete soll höchstens ein Drittel des Nettoeinkommens ausmachen. Liegst du darüber, hilft ein Bürge oder ein zusätzlicher Nachweis über Erspartes.
3. SCHUFA-BonitätsAuskunft
Achtung, hier gibt es zwei verschiedene Dokumente:
| Dokument | Zweck | Kosten |
|---|---|---|
| Datenkopie nach Art. 15 DSGVO | Eigenauskunft, enthält alle gespeicherten Daten | kostenlos |
| BonitätsAuskunft | für die Vorlage bei Dritten gedacht, zeigt nur das Ergebnis | kostenpflichtig |
Für die Wohnungsbewerbung ist die BonitätsAuskunft gedacht. Die kostenlose Datenkopie enthält deutlich mehr Informationen, als den Vermieter etwas angeht — wenn du sie trotzdem einreichst, schwärze alles, was nicht zur Zahlungsfähigkeit gehört. Beide Auskünfte sollten nicht älter als drei Monate sein.
4. Mietschuldenfreiheitsbescheinigung
Eine formlose Bestätigung des bisherigen Vermieters, dass keine Mietrückstände bestehen. Es gibt keinen gesetzlichen Anspruch darauf — höflich fragen hilft. Alternativ tun es die Kontoauszüge der letzten drei Monatsmieten, geschwärzt bis auf die Mietüberweisungen.
5. Ausweiskopie
Erst zur Besichtigung oder danach vorlegen, nicht per E-Mail an unbekannte Adressen schicken. Ausweisnummer und Seriennummer darfst du schwärzen.
Was Vermieter nicht fragen dürfen
Nicht jede Frage auf einem Selbstauskunftsformular ist zulässig. Unzulässige Fragen darfst du falsch beantworten, ohne dass der Mietvertrag später anfechtbar wird. Dazu zählen unter anderem:
- Kinderwunsch oder bestehende Schwangerschaft
- Religionszugehörigkeit, Parteimitgliedschaft, Gewerkschaftszugehörigkeit
- Vorstrafen ohne Bezug zum Mietverhältnis
- Herkunft oder Staatsangehörigkeit
- Krankheiten
- Heiratsabsichten
Zulässig sind dagegen Fragen zu Einkommen, Beruf, Personenzahl, Haustieren und laufenden Räumungsklagen. Wer hier falsche Angaben macht, riskiert eine fristlose Kündigung.
Die Mappe praktisch aufbauen
Ein einziges PDF, in dieser Reihenfolge, mit sprechendem Dateinamen:
- Anschreiben (eine halbe Seite, dazu gleich mehr)
- Selbstauskunft
- Einkommensnachweise
- SCHUFA-BonitätsAuskunft
- Mietschuldenfreiheitsbescheinigung
Nenne die Datei Bewerbung_Nachname_Strasse.pdf. Das klingt nach Kleinigkeit, macht aber einen Unterschied, wenn eine Hausverwaltung 150 Anhänge sortiert. Halte die Datei unter 5 MB — viele Postfächer lehnen größere Anhänge ab.
Das Anschreiben
Drei kurze Absätze reichen:
Sehr geehrte Frau Meister,
die Wohnung in der Beethovenstraße 12 hat mich sofort angesprochen — vor allem die Nähe zur Uniklinik, wo ich seit 2023 als Pflegefachkraft arbeite.
Ich bin 29, unbefristet angestellt, Nichtraucher und ohne Haustiere. Die Wohnung würde ich allein beziehen. Alle Unterlagen finden Sie im Anhang, eine Mietschuldenfreiheitsbescheinigung meiner jetzigen Vermieterin liegt bei.
Für eine Besichtigung bin ich zeitlich flexibel, auch kurzfristig und abends.
Kein Roman, keine Lebensgeschichte. Konkret, freundlich, und ein Satz, der zeigt, dass du dir genau diese Wohnung angesehen hast.
Datenschutz: Was nach der Absage passiert
Vermieter dürfen deine Unterlagen nicht unbegrenzt aufbewahren. Wer die Wohnung nicht bekommt, dessen Daten müssen gelöscht werden, sobald das Auswahlverfahren abgeschlossen ist. Du kannst die Löschung nach Art. 17 DSGVO ausdrücklich verlangen — eine kurze E-Mail genügt.
Gleiches gilt für dich: Sammle Unterlagen von Mitbewerbern oder Mitbewohnern nicht länger, als du sie brauchst.
Häufige Fehler
- Unterlagen ungeschwärzt versenden. Kontostände, Ausweisnummern und die vollständige SCHUFA-Datenkopie gehen niemanden etwas an.
- Zu viel auf einmal. Vor der Besichtigung reichen Anschreiben und Selbstauskunft. Den Rest bringst du mit.
- Erst nach der Besichtigung anfangen. Die Mappe ist einmal Arbeit und danach monatelang gültig.
- Für jede Wohnung den gleichen Text. Ein einziger angepasster Satz im Anschreiben ändert die Wirkung komplett.
- Den Überblick verlieren. Nach zwanzig Bewerbungen weißt du nicht mehr, wem du was geschickt hast. Genau dafür gibt es Flatlyst.
So hilft dir Flatlyst dabei
Die Funktionen aus diesem Artikel — so heißen sie in der App.
„Bewerbungsmappe"
Mieterselbstauskunft, Bewerberschreiben und Zusammenfassung in einem Assistenten — am Ende „Alle Dokumente als ZIP bündeln" und direkt per E-Mail an den Vermieter senden.
„Mieterselbstauskunft"
Ein Assistent in sieben Schritten — von Mietobjekt und Einkommen bis „Anhänge & Signatur" mit Unterschrift. Fehlt die Bonitätsauskunft, weist Flatlyst darauf hin und verlinkt die Beantragung.
„Bewerberschreiben"
Das Anschreiben formuliert eine KI direkt auf deinem Gerät — deine Daten verlassen das Handy nicht. Anpassen, „Neu schreiben" oder als PDF ausgeben.
„Dokumentenbibliothek"
Gehaltsabrechnung, SCHUFA-Auskunft, Ausweis und Co. einmal ablegen und mit „Gültig bis" versehen — Flatlyst zeigt „Läuft bald ab" und erinnert per Push, bevor ein Nachweis zu alt ist.
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